Warum setzt der Verein „Ich kann Leben retten! e.V.“ Schauspieler als Herzretter-Trainer ein?

Ziel des Vereins „Ich kann Leben retten! e.V.“ ist es, Ersthelfer-Reanimation im Bewusstsein der deutschen Bevölkerung zu verankern. Die Hilfe im Ernstfall nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand soll für Alle selbstverständlich sein.

Untersuchungen zeigen, dass die Unterrichtsqualität der derzeitigen Erste-Hilfe-Kurse maßgeblich für die schlechte Ersthelfer-Reanimationsquote in Deutschland mitverantwortlich ist.[1] Defizite liegen insbesondere in der Vermittlung von Haltungen und in der positiven Verstärkung zum Handeln in der realen Situation.[2] Deshalb schult „Ich kann Leben retten! e.V.“ bewusst nicht durch Rettungssanitäter oder Ärzte, sondern durch Laien: Der Verein bildet Schauspieler in Ersthelfer-Reanimation (Basic Life Support, BLS) als Multiplikatoren aus.

Das medizinische Grundlagenwissen vermitteln den Schauspielern Ärzte sowie ein Dozent im Rettungswesen nach einem strukturierten, auf der Grundlage der CPR Leitlinien und unter Einhaltung der GRC-Empfehlung von 2012, selbst entwickelten Curriculum.

Die Entscheidung, Schauspieler als Multiplikatoren einzusetzen, wurde sehr bewusst aus folgenden Gründen getroffen:

  • Schauspieler verfügen i.d.R. über eine gute Körpersprache und eine hohe Kommunikationsqualität. Dadurch können sie sich auf verschiedene Teilnehmerkreise flexibel einstellen und diese gezielt ansprechen.
  • Da die Schauspieler selbst Laien sind, haben sie ein gutes Verständnis für die Laiensituation und schulen die Teilnehmer auf Augenhöhe, wodurch das Selbstvertrauen und die Handlungsfähigkeit der Kursteilnehmer in besonderer Weise gestärkt werden.
  • Das fachliche Wissen des BLS ist einfach zu vermitteln, und Schauspieler sind aufgrund ihrer originären Ausbildung in der Lage, das Wissen auf unterhaltsame Art und Weise weiterzugeben, was die Aufnahme der Kursinhalte weiter erleichtert.

„Ich kann Leben retten! e.V.“ führt regelmäßig Qualitätskontrollen durch jährliche Supervision durch und fordert das Feedback aller Kursteilnehmer ein. Die Ergebnisse sprechen für sich: Nach eigener Aussage und in anonymer Befragung trauen sich 100% aller Kursteilnehmer nach den Kursen zu, im Ernstfall zu helfen.

 

[1] Breckwoldt, J., Lingemann, C., Wagner, P., Reanimationstraining für Laien in Erste-Hilfe-Kursen, in: Der Anaesthesist, 1/2016, S. 22-28, hier: S. 28.
[2] Ebda., S. 26.

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