Das Gehirn ist das wichtigste Organ des menschlichen Körpers, da es alle Funktionen steuert. Es muss zuverlässig mit Sauerstoff versorgt werden.

Beim gesunden Menschen geschieht das über die Atmung und den Kreislauf: Das Herz pumpt das Blut, das den lebensnotwendigen Sauerstoff aus den Lungen transportiert, durch den ganzen Körper.

Wenn das Herz nicht mehr pumpt oder die Lungen keinen Sauerstoff mehr durch die Atmung aufnehmen, wird das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt.

Diese Situation ist lebensbedrohlich – bereits nach 3 Minuten ohne Atmung und Kreislauf treten irreparable Hirnschäden auf.

Auch unter optimalen Bedingungen ist der Notarzt frühestens nach 8–10 Minuten vor Ort.

Leben retten ist mehr als Erste Hilfe: Lebensretter bewahren einen Menschen vor dem sonst sicheren Tod – bis der Notarzt eintrifft!

Mit drei Maßnahmen, die auch jedes Kind lernen kann, können Sie einem Menschen das Leben retten!

Die ohne zusätzliche Hilfsmittel anwendbaren Basismaßnahmen, in der internationalen Fachsprache auch als basic life support (BLS) bezeichnet, dienen der Aufrechterhaltung eines minimalen Kreislaufes im Körper des Patienten mittels Herzdruckmassage und Versorgung mit ausreichend oxygeniertem Blut durch Mund-zu-Mund-Beatmung oder Mund-zu-Nase-Beatmung bis zur Wiederherstellung einer normalen Blutzirkulation bzw. zur Überbrückung der Zeit bis zur Anwendung erweiterter Therapiemaßnahmen, ohne dass lebenswichtige Organe des Patienten irreversibel geschädigt werden. Dies betrifft vor allem das Gehirn, welches durch Sauerstoffmangel schon nach wenigen Minuten Schäden nimmt. Der durch die Basismaßnahmen erzielbare Blutfluss entspricht bestenfalls etwa einem Drittel des gesunden Kreislaufes. Die Basismaßnahmen können von einem oder auch zwei Helfern durchgeführt werden. Das Verhältnis von Herzdruckmassage zu Beatmung ist davon unabhängig.

Als Merkregel wurde ein ABC-Schema (ABC-Basismaßnahmen) der lebensrettenden Sofortmaßnahmen entwickelt:

  • A (Atemwege freimachen und freihalten)
  • B (Beatmen bzw. Beatmung)
  • C (Zirkulation, englisch Circulation, in Gang bringen, insbesondere durch Herzdruckmassage).

Die Basismaßnahmen (auch im Rahmen der Ersten Hilfe) lassen sich heute in drei einfache Schritte unterteilen:

  1. Prüfen: Prüfen, ob die bewusstlose Person reagiert (z. B. durch Schütteln an der Schulter), Überprüfen der Atmung: Keine oder keine normale Atmung (z. B. Schnappatmung, Röcheln)?
  2. Rufen: Um Hilfe rufen – umstehende Personen einbinden und einen Notruf durchführen oder veranlassen
  3. Drücken: Fest und schnell (100 bis 120 Mal pro Minute) in die Mitte des Brustkorbes drücken (z. B. im Takt von Stayin’ Alive der Bee Gees)

Wenn möglich sollte eine Mund-zu-Mund-Beatmung oder Mund-zu-Nase-Beatmung durchgeführt werden: 30 Mal drücken und danach zweimal beatmen. Mit der Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff im Blut zirkulieren und das Gehirn mit Sauerstoff versorgen. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kann die Überlebenswahrscheinlichkeit so entscheidend erhöht werden. Denn bereits nach drei Minuten wird das Gehirn nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt – es treten unwiderrufliche Schäden auf.

Zunehmend stehen auch an zentraler Stelle in öffentlichen Gebäuden speziell für den Einsatz durch Ersthelfer konzipierte, halbautomatische Defibrillatoren (Automatisierter Externer Defibrillator, AED) zur Verfügung. Diese führen den ungeschulten Anwender mit Sprachanweisungen durch die Defibrillation und geben teilweise auch Anweisungen zur Durchführung von Herzdruckmassage und Beatmung. Die automatisierte Defibrillation, ursprünglich eine erweiterte Maßnahme professioneller Helfer, wird somit inzwischen zu den Basismaßnahmen der Reanimation gezählt.Der Einsatz von AEDs ist aber kein zwingender Bestandteil der Herzdruckmassage, im Gegenteil darf er nicht die Durchführung der Herzdruckmassage verzögern oder gar ersetzen.

Zu den Basismaßnahmen zählt für den Ersthelfer auch, mittels eines Notrufes unverzüglich den Rettungsdienst anzufordern. Dieser führt die Basismaßnahmen auf dieselbe Art durch, allerdings stehen technische Hilfsmittel wie beispielsweise ein Defibrillator zur Verfügung. Hinzu kommen erweiterte Maßnahmen zur Sicherung der Atemwege und somit der Sicherstellung der Beatmung zum Einsatz. Sauerstoff kann dem Patienten in hoher Konzentration zum Beispiel mittels eines Beatmungsbeutels oder eines Beatmungsgerätes über einen Endotracheal– oder einen Larynxtubus zur Verfügung gestellt werden. Dasselbe gilt für Reanimationen in medizinischen Einrichtungen, die oft von „Reanimationsteams“ durchgeführt werden.

Jeder, der eine reglose Person auffindet, ist verpflichtet, nach bestem Wissen unverzüglich mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen zu beginnen, da er sich ansonsten in Deutschland der unterlassenen Hilfeleistung schuldig macht. Ausnahmen sind Körper, welche bereits eindeutige Todeszeichen aufweisen wie starke Anzeichen einer Verwesung oder Verletzungen, die mit dem Leben unvereinbar sind. Einmal begonnen, ist die Herz-Lungen-Wiederbelebung ohne Unterbrechung bis zum Eintreffen von Hilfe fortzuführen, über einen Abbruch der Maßnahmen entscheidet anhand bestimmter Kriterien (beispielsweise Lebensalter, Dauer des Kreislaufstillandes, Prognose der zugrundeliegenden Störung) ein Arzt. Davon ausgenommen ist ein Nicht-Aufnehmen oder eine Unterbrechung der Maßnahmen bei Eigengefährdung, z. B. aus gesundheitlicher Belastung.

Menü schließen