Die Molli rettet

Projekttag an der Schule Molkenbuhrstraße. 190 Kinder lernen: Gaffen ist uncool – Helfen ist cool

Am 22. März 2019 veranstaltete die Ganztagsgrundschule Molli erstmalig einen Projekttag mit Aktionen, an denen das Herz und Leben retten im Mittelpunkt standen. Alle 190 Kinder von der Vorschule bis zur vierten Klasse und zwei Internationalen Vorbereitungsklassen nahmen daran teil. „Unsere jungen Schülerinnen und Schüler sollen bereits lernen, dass Helfen und selbstbestimmtes Denken und Handeln selbstverständlich ist“, sagt Ann-Kristin Schulte-Westhof. „Wir möchten erreichen, dass sich Kinder gar nicht erst zu Gaffern entwickeln, die später womöglich ihr Smartphone zücken und Menschen in Notfallsituationen filmen. Daher zeigen wir bereits unseren fünf- bis zehnjährigen Kindern, wie einfach, mutig und cool Helfen ist.“

Die Ganztagskoordinatorin hat die Veranstaltung gemeinsam mit der Herzretter-Initiative „Ich kann Leben retten!“ e. V. (IKLR), dem Elternrat und Hilfsorganisationen konzipiert.

Das jahrgangsübergreifende Kooperationsprojekt ist bisher das erste dieser Art in Hamburg.

Die Schülerinnen und Schüler lernen altersübergreifend in den Herzretter-Kursen: Im Notfall zählt jede Minute. An Übungspuppen wie sie eine lebensbedrohliche Situation erkennen. Wie sie den richtigen Notruf anrufen: „Wähle eins, eins zwei, und der Arzt kommt vorbei“. Ob ein Mensch noch sicher atmet und wie sie die Atmung des Betroffenen sichern: „Nicht lang schnacken – Kopf in Nacken.“ Wie sie einen Menschen, der noch atmet, auf die Seite rollen. Wie sie eine Herzdruck-massage richtig anwenden. Wann sie einen Defibrillator richtig einsetzen. „Wir möchten mit den Kursen bei den Kindern die Freude am couragierten Handeln wecken und ihr Bewusstsein fördern, auch in alltäglichen Situationen aufmerksamer auf andere Menschen zu achten und zu helfen“, erklärt Ann-Kristin Schulte-Westhof das Konzept. „Wer schon als Kind lernt Leben zu retten und zu reanimieren, kann das sein Leben lang abrufen,“ ergänzt Dr. med. Martin Buchholz, Gründer und Vorstand der Herzretter Initiative.

Am Projekttag „Die Molli rettet“, luden zehn Aktionsstände auf dem Schulhof die Kinder ein, das neu erlernte Wissen mit „Kopf, Herz und Hand“ und durch eigene körperliche Erfahrung zu erleben. Beispielsweise hörten sie durch Stethoskope den eigenen Herzschlag. Beim Seilspringen spürten sie wie ihr Herz schneller schlägt. Sie prellten Bälle im Herzschlagtakt 120 Mal pro Minute. Mit der Feuerwehr übten sie richtigen Notruf. Ein Rettungswagen vom UKE zeigte wie wichtig es ist, im Notfall sofort 112 anzurufen und womit ein Arzt Leben rettet. In einem Quiz beantworteten sie Fragen über – Prüfen, Rufen, Drücken – aus dem Kurs. Auf einer Leinwand gestalteten alle durch Daumen andrücken ein großes Herz. Das Kunstwerk erhält danach einen Ehrenplatz in der Schule. An einer Station mit Übungspuppen konnten die Kinder mit ihren Eltern gemeinsam Herzdruckmassage üben. „Wir möchten mit dem Umweg über die Kinder die Eltern animieren, ebenfalls zu lernen, was bei einem plötzlichen Herzstillstand zu tun ist“, sagt Dr. Buchholz. „Es kann jeden überall treffen. Leider wissen nur knapp 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, was zu tun ist, bis der Notarzt eintrifft.“

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